| Zündanlage
siehe auch Zündkerze

Magnetzündanlage
Eine Magnetzündanlage vereinigt in sich Stromerzeuger, Zündspule,
Unterbrecher und Zündversteller. Magnetzünder für
Mofas und Mopeds sind gleichzeitig als Magnetzünder-Generatoren
ausgebildet.
Aufgaben
- Die Magnetzündanlage soll unabhängig von einer Batterie
die Zündspannung erzeugt.
Heute werden fast nur noch Schwungmagnetzünder
eingebaut.
Man unterscheidet
- Magnetzündanlage
- Magnet-Hochspannungs-Kondensator-Zündanlage
- Magnetzünder-Generator
Magnetzündanlage
Diese Zündanlagen werden bei Motoren verwendet, die keinen
Lichtstrom benötigen.
Wirkungsweise
Die Primär- und Sekundärwicklung der Zündspule sind
auf einen Eisenkern gewickelt, der an seinen Enden als Polschuh
ausgebildet ist. Die in das Schwungrad des Motors eingesetzten Dauermagneten
laufen dicht an den magnetischen Kreisen. Abhängig von der
Polarität des Magnetpols, der am Polschuh vorbeiläuft,
ändert sich die Richtung des magnetischen Flusses im Zündanker.
Ist der Unterbrecher geschlossen, fließt in der Primärwicklung
ein Strom, dessen magnetische Wirkung der Abnahme des magnetischen
Flusses entgegenwirkt. Der magnetische Fluss bleibt nahezu gleich,
obwohl er aufgrund der Magnetankerstellung seine Richtung ändern
müsste. Hat nun der Primärstrom
seinen Höchstwert erreicht, wird der Unterbrecher geöffnet.
Die magnetischen Wirkung des Primärstroms hört auf, der
Fluss im Zündanker ändert schlagartig seine Richtung.
Dabei wird in der Sekundärwicklung ein Hochspannungsstoß
induziert, der als Zündspannung an die Zündkerzen weitergeleitet
wird. Das Öffnen des Unterbrechers findet kurz nach Ablaufen
des Magnetankers von den Kanten der Polschuhe statt. Diesen Zeitpunkt
bezeichnet man als Abriss. Hier reißt der magnetische Fluss
ab. Die Hersteller geben ein Abrissmaß an, bei dem der Unterbrecher
öffnen muss. Gleichzeitig muss das Öffnen im richtigen
Zündzeitpunkt des Motors stattfinden. Ein dem Unterbrecher
parallel geschalteter Kondensator verhindert das Kontaktfeuer.
Magnet-Hochspannungs-Kondensator-Zündanlage
Diese Zündanlage arbeitet kontaktlos
und somit verschleißfrei.
Wirkungsweise
Der Dauermagnet im Polrad induziert im Ladeanker eine Wechselspannung,
die durch eine Diode gleichgerechtet wird. Mit dieser Spannung wird
der Kondensator aufgeladen. Beim weiteren Umlauf des Dauermagnete
wird in der Primärwicklung der Zündspule eine Steuerspannung
erzeugt. Es fließt ein Strom über eine Diode zum Thyristor.
Bei Erreichen der erforderlichen Stromstärke öffnet der
Thyristor. Der Kondensator kann sich über die
Primärwicklung entladen. Durch den plötzlichen Stromanstieg
in der Primärwicklung wird in der Sekundärwicklung eine
Hochspannung induziert, die an die Zündkerze weitergeleitet
wird.
Magnetzünder-Generator
Magnetzünder-Generatoren haben zur Stromversorgung der Beleuchtungsanlage
einen oder mehrere zusätzliche Generatoranker. Das Polrad ist
bei diesen Anlagen vier- oder sechspolig.
Wirkungsweise
Das magnetische Feld der Dauermagneten induziert in der Zündspule
den Primärstrom, der beim Öffnen der Unterbrecherkontakte
die Zündspannung in der Sekundärspule erzeugt. Beim Umlaufen
des Polrads wird unabhängig vom Magnetzünder in den Generatoranker
eine Wechselspannung erzeugt, die an die Beleuchtungsanlage weilergeleitet
wird. Die Spannung und die Stromstärke wird durch die magnetische
Rückwirkung des Lichtstroms begrenzt. Der in der Wicklung des
Generatorankers fließende Lichtstrom erzeugt ein magnetisches
Feld, das dem Flusswechsel des Dauermagnetfeldes entgegenwirkt.Abhängig
von der Drehzahl des Schwungrads und
der Stromstärke wird der Aufbau des magnetischen Flusses verzögert.
Dadurch kann die Spannung und der Strom trotz höherer Motordrehzahl
nicht weiter ansteigen.
Bei diesen Anlagen ist es daher notwendig, dass Glühlampe mit
vorgeschriebener Leistung verwendet werden. Die Lichtleistung dieser
Anlagen liegt zwischen 17 und 180 Watt bei 6 oder 12 Volt Spannung.
Zündkerze
Zündkerzen werden mechanisch, thermisch, elektrisch und chemisch
sehr stark beansprucht. Der Isolierkörper ist aus Sinterkorund,
ca. 95 % Al(2)O(3) hergestellt. Die Elektroden werden meist aus
einer Nickellegierung gefertigt. Es werden auch Chromstahl, Silber
oder Platin verwendet.
Aufgabe
Die Zündkerze soll:
- Die Zündspannung isoliert bis zu den Elektroden
führen
- Den Verbrennungsraum gasdicht verschließen
- Die Temperatur an der Mittelelektrode durch gute Wärmeabführung
auf
400...850°C begrenzen.
- Sicheren Kaltstart ermöglichen
- Aussetzerfreien Motorlauf gewährleisten
Der Zündspannungsbedarf der Zündkerze ist die für
den Funkenüberschlag notwendige Hochspannung. Sie bewirkt,
dass eine hohe Feldstärke zwischen den Elektroden entsteht.
Dadurch wird die Funkenstrecke ionisiert und leitfähig.
Der Elektrodenabstand beeinflusst den Zündspannungsbedarf.
Der ündspannungsbedarf nimmt mit größerem Abstand
zu. Die Elektrodenform beeinflusst ebenfalls den Zündspannungsbedarf.
Keine Elektrodenabmessung vergrößern die elektrische
Feldstärke und verringert den Spannungsbedarf.
Hohe Verdichtung des Motors, ungünstige Gemischzusammensetzung
und turbulente Gemischbewegungen erfordern eine höhere Zündspannung.
Arten
Bei Zündkerzen unterscheidet man:
- Gewindegröße
- Art der Abdichtung zum Zylinderkopf
- Elektrodenform
- Elektrodenmaterial
- Wärmewerte
Die Abmessung der Zündkerzen werden durch die Gewindegröße
und die Schlüsselweiten des Sechskants bestimmt. Die meist
verwendete Gewindegröße ist M 14*1,25. Es gibt auch Zündkerzen
mit Gewinde M 10*1, M 12*1,25 und M 18*1,5. Die Länge des Gewindes
beträgt entsprechend der Wandstärke des Zylinderkopfs
bei 14 mm Gewinde 11,1; 12,7 oder 19 mm.
Nach Art der Abdichtung unterscheidet man Zündkerzen
mit Flachdichtsitz mit Dichtring und Zündkerzen mit Kegeldichtsitz
ohne Dichtring. Die Elektrodenform hat Einfluss auf das Wärmeleitvermögen,
auf die Gemischzugänglichkeit, auf die Verschließfestigkeit
und den Zündspannungsbedarf.
Nach der Form der Masseelektrode unterscheidet man:
- Stirn-Elektrode
- Seiten-Elektrode
- Ring-Elektrode
Man verwendet ein, zwei, drei und vier Masseelektroden. Der Elektrodenabstand
ist für eine einwandfreie Zündung von großer Bedeutung.
Großer Abstand ergibt ein besseres Zünden des Gemischs.
Zu großer Abstand überlastet die Zündanlage. Es
kommt zu Zündaussetzern.
Wärmewert
Das Maß für die thermische Belastbarkeit der Zündkerze
ist der Wärmewert. Die Arbeitstemperatur am Zündkerzenfuß
soll 400...850°C betragen. Ist der Wärmewert zu hoch gewählt,
steigt die Zündkerzentemperatur über 850 °C an. Dies
hat Glühzündungen zur folge. Bei zu niederem Wärmewert
wird die Selbstreinigungstemperatur bzw. die Freibrenngrenze von
ca. 400 °C nicht erreicht und die Kerze verrußt. Dies
ergibt Zündaussetzer. Die Größe der Isolatorfuß-Oberfläche
bestimmt die Wärmeaufnahme der Zündkerze an.
- Je niederer die Wärmewert-Kennzahl
einer Zündkerze, desto niederer ist ihr Widerstand
gegen Glühzündungen (heiße
Zündkerze).
- Je höher die Wärmewert-Kennzahl
einer Zündkerze, desto höher ist ihr Widerstand gegen
Glühzündungen (kalte Zündkerze).
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