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10 Jahre Puch.Infoarchiv 1996 - 2006
 
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Wieso entsteht Rost...

...und was kann man dagegen tun?

Die Texte wurden mir freundlicherweise von der Firma Korrosionsschutz-Depot überlassen.

Auch wenn es auf den ersten Blick klar erscheint warum Blech rostet, lohnt es sich, sich genauer Gedanken über die Rostentstehung zu machen, um daraufhin sein Fahrzeug effektiv zu konservieren.

Abgesehen von Kleinigkeiten wie Kratzern und Steinschlagschäden, setzten Karosserien am Unterboden Rost an, weil hier in den alten rissigen (Bitumen-) Unterbodenschutz Wasser eindringt und der Rost den zähen Schutzanstrich großzügig unterwandert. Die meisten Schäden rühren aber daher, daß Autos in der Regel von Innen nach Außen durchrosten, bzw. dort wo sich über längere Zeit Wasser sammeln kann. Einmal liegt das an den verwendeten (bzw. eben nicht verwendeten) relativ schlechten Materialien, die nicht ausreichend schützen können, andererseits aber auch an der Kondensierung der Luft-feuchtigkeit in Hohlräumen. Immer wenn die Temperatur sinkt gibt die Luft Feuchtigkeit ab die sich dann an den Blechen niederschlägt (kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen als warme, also bleibt bei Temperaturrückgang Wasser „übrig“). Somit sind Hohlräume häufig naß, das Wasser sammelt sich bevorzugt in Blechspalten (Falzen) und in versteckten Winkeln aus denen es nicht ablaufen kann. Dieser Umstand allein wäre noch nicht so tragisch, sonst würde ja auch das Blech außen rosten (abgesehen von Zierleisten und anderen Anbauteilen, die ja auch so etwas wie Hohlräume/Spalten bilden), aber durch Abgase in der Luft kommen auch „Salze“ mit in den Hohlraum, die sich mit dem Wasser zu aggressiven Säuren verbinden. Außen am Auto werden diese regelmäßig abgewaschen, im Hohlraum aber verdunstet das Wasser (bei Temperaturanstieg) und die Säuren bleiben übrig bzw. vermehren sich beim „nächsten Durchgang“ und greifen das Blech an (in sofern kann es sogar sinnvoll sein Hohlräume hin und wieder mit Wasser gründlich auszuspülen). Zum Schutz (vom Hersteller) eingebrante Lacke und sonstige Konservierungsmaßnahmen können natürlich nur helfen wenn sie auch in die entferntesten Winkel (hier vor allem Blechspalten, wie z.B. Türfalze etc.) gelangen und alterungsbeständig sind, das heißt mit zunehmendem Alter keine Risse in der
Beschichtung bekommen, wie es leider oft bei „billigen“ Wachsen der Fall ist.

Womit wir dann auch schon bei den Rostkonservierungsmaßnahmen wären:

Generell ist es kaum möglich zu sagen welches Produkt sich für welche Aufgabe am besten eignet. Vielmehr kommt es darauf an welche Möglichkeiten zur Verarbeitung genutzt werden können bzw. was mit dem Produkt bezweckt werden soll und welche Beschichtungen evtl. noch folgen.

Grundsätzlich sollte man bei allen Entrostungsmethoden losen Rost / Rostschuppen immer mechanisch entfernen - am besten geht das unserer Meinung nach mit einer Drahtbürste auf dem Winkelschleifer - dann können die Entroster wesentlich besser wirken.

In Hohlräumen kann man zur Entfernung von Rostschuppen mit einem Fertan-/Wasser-Gemisch (50:50) vorab spülen. Rost am Unterboden, Achsen und außen an der Karosserie ist relativ einfach beizukommen indem man gründlich entrostet (Fertan, Owatrol, Cream-Ex, Sandstrahlen, Bob beide Komponenten), eine gute Rostschutz-grundierung verwendet (z.B. Ferpox, Hempadur Zink, Owa-Tropal, POR 15 oder Bob) und anschließend lackiert oder den gewünschten Unterbodenschutz bzw. Chassislack aufträgt.

Zugängliche Falze (Blechüberlappungen) kann man mit Ferpox (oder einer anderen Grundierung) oder Owatrol Farbkriechöl einstreichen und dabei darauf achten, daß der Spalt durch und durch versiegelt ist (Ferpox / Owatrol muß auf der anderen Seite austreten). Owatrol ist aufgrund seiner hohen Kriecheigenschaften eigentlich besser geeignet als Ferpox, hat aber den Nachteil, daß es nur mit Kunstharzfarben / Alkydfarben
überlackierbar ist und somit im Randbereich der Spalten evtl. wieder abgewischt / entfernt werden muß. Ferpox trocknet relativ schnell, man hat also nicht viele Versuche den Spalt durch und durch zu konservieren. Auch eine Hohlraumversiegelung kann die Aufgabe des Falzschutzes übernehmen. Nicht zugängliche Falze sollten, soweit möglich, vor dem Schweißen mit Car-O-Pax eingestrichen werden oder bei der Hohlraumversiegelung gut
mit abgedichtet werden.

Um Hohlräume zu konservieren gibt es 2 Materialgruppen: aushärtende, wie HT Wachs und Owatrol Farbkriechöl, und daueraktive, wie M. Sander´s Fett und Fluid-Film. Verwendet man HT Wachs oder Owatrol muß sichergestellt sein, daß die Produkte gleich bei der Verarbeitung, also so lange wie sie noch kriechen können, auch in abgelegene Winkel und Falze eindringen. Am besten ist es natürlich, wenn man die Arbeit anschließend (mit einem Endoskop) kontrollieren kann.

Bei M. Sander´s Fett und Fluid-Film ist eine 100%-ig genaue Verarbeitung nicht so wichtig, da diese Produkte auch später noch weiterkriechen und die Hohlräume und Falze gründlich konservieren. Außerdem wird eventuell neu entstehender Rost durch die Fett- bzw. Öl-Basis sofort gestoppt.

Die beiden letztgenannten Produkte können durch ihre Kriechwirkung allerdings auch mal etwas aus den Hohlräumen austreten, was aber mit einem fettlösendem Mittel problemlos zu entfernen ist. Generell sollte man den Hohlraum vor der Konservierung gründlich mit Wasser ausspülen um angesammelten Dreck, lose alte Schutzschichten und Schadstoffe (siehe Textanfang) zu entfernen. (kurzfristig kann das Wasser keinen Schaden anrichten - ganz im Gegenteil !)

Wichtige Links zum Thema:

www.Korrosionschutz-Depot.de

Forum für Rostschutz und Fahrzeugrestauration


 

 
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