Aufgaben der Schmieröle
- Reibung verringern
- kühlen
- abdichten
- reinigen
- vor Korrosion schützen
Arten
- mineralische Schmieröle
- synthetische Schmieröle
- pflanzliche Schmieröle
- tierische Schmieröle

Die heute verwendeten Schmieröle sind vorwiegend mineralische
Schmieröle, während die synthetischen Schmieröle
wegen ihres höheren Preises einen kleineren Marktanteil
besitzen. Pflanzliche und tierische Schmieröle sind schmierwirksamer
als Mineralöle, jedoch nicht alterungsbeständig ,
sie werden als Mineralölzusatz zur Erhöhung der Schmierfähigkeit
und als Grundstoff bei der Herstellung der Schmierfette verwendet.
Pflanzliche und tierische Schmieröle haben wegen ihrer
Eigenschaften nur noch eine geringe Bedeutung.
Mineralische Schmieröle
Die höhersiedenden Kohlenwasserstoffe des Rohöls
zersetzen sich bei Temperaturen oberhalb +400 °C. Deshalb
destilliert man Schmieröle unter vermindertem Luftdruck
im Vakuum. Dadurch wird die Siedetemperatur um ca. 150 °C
herabgesetzt. Die so gewonnenen Schmieröldestillate enthalten
noch verschiedene unerwünschte Bestandteile, die schon
nach kurzem Einsatz zu Alterungserscheinungen wie Zunahme der
Viskosität, Entstehung von Säuren und Ölschlamm
führen. Diese werden durch
Raffination mit Säuren, Laugen, Bleicherde, Lösungsmitteln
usw. entfernt. Außerdem werden in einer besonderen Anlage
Paraffine aus dem Schmieröl entfernt. Die natürlichen
Eigenschaften der Mineralöle reichen heute nicht mehr aus.
Deshalb werdendem Grundöl
besondere Wirkstoffe, auch Additive genannt, zulegiert. Man
erhält so die legierten Öle. Additive sind ölfremde
chemische Zusätze, die fast immer öllöslich sind
und ähnlich Dichte wie das Grundöl haben. Es sind
Schwefel-, Chlor-, Phosphor-, Blei-, Zink- und Molybdän-Verbindungen.
Sie werden in ihrer Zusammensetzung auf das entsprechende Grundöl
und in ihren Eigenschaften auf den Verwendungszweck abgestimmt.
Der Anteil der Additive im Öl beträgt bis zu 30%.
Öle für hohe Beanspruchungen werden als HD-Öle
(heavy duty =schwere Beanspruchung) bezeichnet
In den legierten Ölen können folgende Additive
enthalten sein:
- Oxidationsverzögerer, Antioxidantien genannt, vermindern
die Alterung des Öls.
- Schlammtragende Zusätze, Dispersants genannt, halten
feste Fremdstoffe wie Ruß, Abrieb, Staub feinverteilt
in Schwebe und
verhindern Schlammablagerungen.
- Reinigungszusätze, Detergents genannt, sind Schmutzlöser,
die Schlammablagerungen und Verbrennungsrückstände
ablösen.
- Hochdruckzusätze, Extreme-Pressure-Zusätze genannt,
bewirken eine gute Haftung der Ölmoleküle an der
Metalloberfläche.
Sie gehen teilweise mit den Metalloberflächen chemische
Verbindungen ein, die eine gute Gleitfähigkeit besitzt.
- Stockpunktserniedriger soll die Verwendung der Öle
auch bei tiefen Temperaturen ermöglichen.
- Viskositäts-Temperatur- oder Viskositätsindex-Verbesserer
(abgekürzt VI) verwendet man in Mehrbereichsölen.
Mit zunehmender Erwärmung des Schmieröls wird das
Volumen der hochmolekularen VI-Verbesserer um ein Vielfaches
vergrößert, wobei sich die ineinanderhängenden
Makromoleküle entknäueln. Dadurch erhält man
auch
bei hohen Öltemperaturen eine etwa gleichbleibende Schmierfilmdicke.
- Korrosionsschutzstoffe Korrosionsinhibitoren genannt, verhindern
chemische Angriffe auf die Gleitstellen.
- Antischaummittel, Entschäumer oder Defoamants genannt,
verhindern Schaumbildungen des Öls.
Schaumbildung führt zum Ausfall der Schmierung.
Synthetische Schmieröle
Künstlich
hergestellte schmierfähige Flüssigkeiten nennt man
synthetische Schmieröle. Sie unterscheiden sich chemisch
von den mineralischen Schmierölen zum Teil sehr stark.
Sie wurden bei der Benzinsynthese aus Kohle mitentwickelt. Verwendet
werden
sie nur dort, wo sie den wesentlich billigeren mineralischen
Schmierölen eindeutig überlegen sind. Diese Öle
haben eine geringere innere Reibung und ergeben dadurch eine
Kraftstoff-Einsparung. Man nennt sie daher Leichtlauföle
Synthetische Schmieröle werden ebenfalls mit Additiven
legiert.
Eigenschaften:
- niedrigerer Stockpunkt
- geringere Flüchtigkeit, d. h. geringere Verdampfung
- günstigeres Viskositäts-Temperatur-Verhalten
- alterungsbeständiger
- höherer Flammpunkt
- niederer Aschegehalt
- großer Einsatzbereich von –70...+250°C
- geringe innere Reibung
- teuer
Viskosität
Viskosität oder Zählflüssigkeit ist die Eigenschaft
eines flüssigen Stoffes, einer Verformung einen Widerstand
entgegenzusetzen. Eine wichtige Eigenschaft des Schmieröls
ist seine Viskosität. Die Viskosität nimmt mit steigender
Temperatur ab, das Öl wird dünnflüssiger.
Die ,,Society of Automotive Engineers”, amerikanische Gesellschaft
der Kfz-Ingenieure, hat für die Motoren- und Getriebeöle
genaue Viskositätsbereiche, die SAE-Viskositätsklasse,
festgelegt. Die Wintermotorenöle
erhalten den Zusatz W. Sie werden in ihrer Zusammensetzung auf
das entsprechende Grundöl und in assen SAE 0 W bis SAE
25 W. Motorenöle der Klasse SAE 20 bis SAE 50 sind Sommermotorenöle.
Getriebeöle
werden in Klassen SAE 75 W bis SAE250 eingeteilt. Wintergetriebeöle
erhalten den Zusatz W. Mehrbereichsöle
überdecken mehrere Viskositätsklassen. Sie können
über einen größeren Temperaturbereich unabhängig
von Jahreszeit und Außentemperatur eingesetzt werden.
Die Viskositätsbezeichnung gibt über die Qualität
des Öls keine Auskunft.
Eine weitere Klassifikation der Viskositätsbereiche ist
die ISO-VG (Visocsity- Grade). Die Viskositätsbereiche
sind hier enger begrenzt. Sie gehen von 5 bis 1500.
Nach den Betriebsbedingungen und Mindestanforderungen
an Motoren-Schmierölen unterscheidet man:
- API-Klassifikation
- ACEA-Klassifikation
- US-Millitär-Spezifikation
API- Klassifikation
In Zusammenarbeit von API (American Petroleum Institute), ASTM
(American Society for Testing and Materials) und SAE (Society
of Automotive Engineers) werden Motoren- und Getriebe-Schmieröle
in verschiedene API-Klassen eingeteilt. Der Kennbuchstabe S bedeutet
Service ( d. h. Service Stations, Tankstellen). Es handelt sich
um Motoröle für Ottomotoren. Der Kennbuchstabe C bedeutet
Commercial (d. h. kommerziell genutzte Fahrzeuge). Hier handelt
es sich um Motoröl für Nutzfahrzeuge mit Dieselmotoren.
Die API-Klassifikation unterteilt nach Motorarten und nach verschiedenen
Betriebsbedingungen. Es finden genau vorgeschriebene Prüfstandsläufe
und Langzeittests statt, die verlässliche Aussagen über
die Qualität des Motoröls gestatten.
Das API-Klassifikationssystem ist nicht abgeschlossen, es kann
bei Bedarf ständig erweitert werden. Die API-Klassifikation
entspricht den Anforderungen amerikanischer Motoren.
ACEA-Klassifikation (CCMC-Klassifikation)
CCMC (Committee of Commo Market Automobile Construktors)ist
ein Zusammenschluß von Automobilherstellern innerhalb
der EG. Diese Gremien haben speziell auf europäische Motoren
abgestimmte Anforderungsnormen erstellt. Dazu gehören höhere
Literleistungen der Motoren, größere Fahrgeschwindigkeit,
verlängerte Ölwechselintervalle, Magermotoren mit
Gefahr der Ölverschlammung durch
Stickstoffverbindungen. Ab.1.1.1993 hat sich der CCMC im Rahmen
des EG-Binnenmarkts umbenannt in ACEA (Association des Constructeurs
Europeans D` Automobiles = Vereinigung der europäischen
Automobil Konstrukteure).
|