Wie das Schicksal seinen Lauf nahm...
 

Auf dieser Seite möchte ich  erklären warum ich an Mopeds "rumschraube".
Dies hat mehrere Gründe.
Der absolute entscheidende Punkt ist, daß diese Fahrzeuge sehr einfach konstruiert sind, nicht zum TÜV
müssen und es dadurch keinen Stress gibt bei der Wiederzulassung gibt.
Weiterhin ist der Einstiegspreis und die Ersatzteilpreise sehr günstig.
Da diese Fahrzeuge in den 50er bis 70er Jahren als reines Fortbewegungsmittel galten, wurden sie reihenweise verschrottet oder einfach nur weggeworfen.
Viele der Geräte wurden auch von Opas an deren Enkel weitergegeben, die die Mopeds dann als Crossmaschine benutzten. Mitte der 70er bis Ende der 80er Jahre fuhr man "sowas" nicht, es war einfach uncool.

Ich war selbst in dieser Zeit so, da fuhr man Kreidler oder Herkules, vielleicht auch ne Zündapp, aber nicht so ein Moped oder vielleicht sogar einen Roller. Das war in dieser Zeit so. Im Vergleich zu einer Kreidler Florett mit Doppelsitzbank, hat ein Moped den Charme einer Baggerschaufel. Und dies ist auch genau der Grund, warum mich diese Dinger interessieren.

Und dabei habe ich mich auf eine kleine häßliche unscheinbare Puch spezialisiert. Warum ausgerechnet Puch???
Tja, das kam so.

Als ich 15 war bekam ich, vermittelt durch meinen Onkel, eine Puch Maxi in silbermetallic angeboten.

  Schön ist sie ja wirklich nicht!



Dieses Mofa war von einem Mädchen und im Topzustand. Eigentlich wäre ja alles toll gewesen, aber wie ich bereits geschrieben hatte, fuhr man keine Puch sondern Kreidler oder....! Dieser Österreichische Alpenhobel wurde bei uns am Niederrhein nur belächelt und war auch ausgesprochen selten. Das Ding war auch dauernd kaputt, was allerdings daran lag, daß ich immer dran rumgeschraubt hatte. Damals hatte ich noch das Problem, daß ich das Ding nicht mehr zusammenbekam, wenn ich sie zerlegt hatte. Also wieder in den Kofferraum meines Vaters und zum Händler. Sohn pleite, Vater genervt und der Händler hatte einen neuen Stammkunden .

Mein Vater hat damals wirklich sehr gelitten, denn er hatte absolut kein Verhältnis zu irgenwelchen Fahrzeugen.
Ich meine damit, wenn bei seinem Benz eine Sicherung durchgebrannt war, fuhr er in die Werkstatt.
Und dann dieser Sohn.
Mit 16 bekam ich dann ein fabrikneues Mokick von Honda um bloß nicht weiterzubasteln. 3 Tage nach dem Kauf war die Kiste komplett zerlegt und in "Kartons" verstaut. Sohn hatte Ärger, Vater und Mutter standen vor dem Infarkt und der Händler durfte das Ding zusammenbauen.
Danach durfte ich nur noch fahren und tanken. Jeglicher Bastelversuch wurde im Keim erstickt.

Zu dieser Zeit habe ich die Mitschüler beneidet, die so alte Kisten fuhren, daß die wirklich täglich schrauben mußten. Sie und ich hätten damals gerne getauscht. Dann kam die Autozeit und es wurde noch schlimmer, da ich im Käferclub war und endlich meine Schraubergemeinde gefunden hatte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Aber zurück, zu der Zeit in der ich nur tanken und fahren durfte habe ich meine heutige Macke bekommen bzw. mein Kindheitstraum verfolgt mich bis heute. Ich habe Interesse an "wirklich allem" was mit Sprit angetrieben wird und stinkt. Ich habe es bis heute geschafft diesen Schaden relativ klein zu halten, aber manchmal bricht er halt durch. Mein Vater hat es dann noch geschafft, mich von dem Berufswunsch KFZ-Mechaniker abzuhalten.
Dafür bin ich meinen Eltern bis heute wirklich dankbar!!! Ganz ehrlich!!!

Aber meine "Neigung" habe ich in meinen Hobbies ausgetobt. Ich wurde dann ein seriöser Büromensch, so mit Schlips und so.  Ich schlug dann die EDV-Laufbahn ein und bereue meine Berufswahl bis heute nicht. Aber das "Schrauben" muß irgendwie sein.

Mittlerweile habe ich über 20 Zweiräder von Baujahr 1918 bis Baujahr 1982 restauriert.
Zwei Autos habe ich auch gemacht, aber dafür fehlt mir Platz und Werkzeug.

Nun aber zurück zum Thema Moped. Ich will noch etwas über die Firma Puch, über mein Moped berichten.
 

 Hans-Jürgen Beyers