| Motorschmierung allgemein

Aufgaben
Die Motorschmierung soll
- eine Bewegung der gegeneinander gleitenden Flächen
ermöglichen
- den Abrieb verringern
Die zur Motorschmierung verwendeten Schmiermittel sollen
- die Lagerstellen benetzen
- an den Lagerwerkstoffen haften
- möglichst niedrige Innenreibung aufweisen
- gegenüber den Werkstoffen chemisch neutral sein
- Lagerstellen vor Korrosion schützen
Häufig müssen sie zusätzlich
- kühlen
- Druck übertragen
- Feinabdichten
- Lagerstellen vor Schmutz und Wasser schützen
Reibung
Bewegen sich zwei Körper aufeinander, entsteht eine Reibung.
Die gegenseitige Bewegung der beiden Körper kann durch
Gleiten, Rollen oder Abwälzen erfolgen. Entsprechend unterscheidet
man Gleitreibung, Rollreibung und Wälzreibung. Bei Viertaktmotoren
mit Gleitlagern tritt in den Lagern Gleitreibung auf, bei kugel-
oder rollengelagerten Zweitaktmotoren Rollreibung und in Getrieben
und Hinterachsen Wälzreibung. Die Gleitreibung ist um so
größer, je rauer die Oberflächen sind und je
größer die äußere Kraft ist, die auf die
beiden Körper wirkt.
Arten
- Festkörperreibung, auch trockene Reibung genannt
- Flüssigkeitsreibung, auch flüssig Reibung genannt
- Mischreibung, auch halbflüssige Reibung genannt
Festkörperreibung
Sie tritt bei unmittelbarer Berührung der beiden aufeinander
gleitenden festen Körper auf. Dabei können örtlich
sehr hohe Temperaturen auftreten, die zum Verschweißen
der berührenden Teile führen. Durch die gegenseitige
Bewegung werden die verschweißten Teile wieder losgerissen.
Dieser Vorgang wiederholt sich fortwährend. Es kommt zum
erhöhten Abrieb mit sehr hohen Lagertemperaturen. Dies
führt am Ende zum „Fressen“ der beiden Gleitstellen
mit völliger Zerstörung des Lagers.
Flüssigkeitsreibung
Hier berühren sich die beiden Körper überhaupt
nicht mehr. Die Rauhigkeitsspitze der Gleitflächen werden
durch eine tragende flüssige oder auch gasförmige
Zwischenschicht vollständig getrennt. Es findet lediglich
eine Reibung innerhalb der Flüssigkeit
oder des Gases statt. Die Flüssigkeitsreibung, die Wärmeentwicklung
im Lager und der Lagerverschleiß sind sehr klein.
Nach Art des Druckaufbaus im Lager unterscheidet man
- Hydronamische Schmierung
- hydrostatische Schmierung
Bei der hydronamischen Schmierung entsteht der erforderliche
Druck zum Tragen der Welle durch entsprechend hohe Gleitgeschwindigkeit.
Dies ist die im Kraftfahrzeugbau übliche Schmierung. Bei
der hydrostatischen Schmierung wird der Druck durch eine separate
Pumpe vor Start des Motors aufgebaut.
Mischreibung
Hier tritt gleichzeitig an manchen Stellen trockene Reibung
und an anderen flüssige Reibung auf. Es hat sich noch kein
zusammenhängender Schmierfilm gebildet. Mischreibung kann
bei langsamer Bewegung wie beim Anlaufen oder bei zu hoher Lagerbelastung
auftreten.
Schmiersysteme siehe auch: Schmierung
der Zweitakt-Ottomotoren
Arten
Je nach Einsatz des Schmiermittels unterscheidet man
- Durchlaufschmierung
- Umlaufschmierung
Folgende Schmiersysteme werden im Motorbau verwendet
- Mischungsschmierung
- Frischölschmierung
Mischungsschmierung
Sie ist die einfachste Schmierung. Das Öl wird dem Kraftstoff
im Verhältnis 1:20 bis 1:100 zugemischt. Die Mischungsschmierung
kann nur für Zweitakt-Vergasermotoren mit Kurbelgehäusespülung
verwendet werden. Das dem Benzin beigemischte Öl wird in
das Kurbelgehäuse mit angesaugt und schmiert dort die Lagerstellen.
Der Ölnebel kann Reibungswärme nicht abführen.
Deshalb werden Kurbelwellen- und Pleuellager der
Zweitakt-Vergasermotoren mit Mischungsschmierung stets als Wälzlager
ausgeführt.
Das übrige Öl schmiert Zylinder und Kolben. Die Lagerstellen
erhalten stets frisches, unverbrauchtes Öl. Das überschüssige
Öl wird imVerbrennungsraum mitverbrannt und bildet z. T.
die für Zweitaktmotoren typische blaue Rauchfahne am Auspuff.
Aus diesem Grund muss die Auspuffanlage der Zweitaktmotoren
öfter von Ölkohlen und Ölablagerungen gereinigt
werden.
Frischölschmierung
Auch hier wird stets frisches, unverbrauchtes Öl zur Schmierung
verwendet. Eine Ölpumpe saugt Frischöl aus einem besonderen
Ölbehälter und fördert es zu den verschiedenen
Schmierstellen. Jede Schmierstelle erhält nur so viel Öl,
wie sie benötigt. Eine Kühlung der Lagerstellen ist
infolge der geringeren Ölmengen nicht möglich. Bei
Zweitaktmotoren und Kreiskolbenmotoren kann Schmieröl über
eine Öldosierpumpe dem Kraftstoff vor
Eintritt in den Vergaser beigemischt werden. Die Fördermenge
der Öldosierpumpe wird in Abhängigkeit von der Drosselklappenstellung
des Vergasers reguliert.
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