| Motokühlung
Bei Verbrennungsmotoren wird etwa ein Drittel der zugeführten
Kraftstoff-Energie ungenützt an die Umgebungsluft abgegeben,
um eine Überhitzung der Motorbauteile und des Schmieröls
zu verhindern. Beim Verbrennen des Kraftstoffs wird dessen chemische
Energie in thermische und mechanische Energie umgewandelt. Hierbei
entstehen große Verluste.
Aufgaben
Die Kühlung soll
- die vorgeschriebene Betriebstemperatur einhalten
- überschüssige Wärme des Motors abhalten
- den Schmierfilm vor Zersetzung und Verbrennung schützen
- die unkontrollierte Selbstentzündung verhindern
- zu starke Erwärmung der Frischgase verhindern, um einen
guten Liefergrad zu erhalten
Arten
- Luftkühlung
- Flüssigkeitskühlung
Luftkühlung
Die Luftkühlung ist eine direkte Kühlung. Die überschüssige
Verbrennungswärme wird vom Motor unmittelbar an die Umgebungsluft
abgegeben. Zur Vergrößerung der Kühloberfläche
und damit zur besseren Wärmeabfuhr haben Zylinder und Zylinderkopf
Kühlrippen. Wegen der besseren Wärmeleitfähigkeit
werden Zylinder und Zylinderkopf meist aus Leichtmetall hergestellt.
Arten
Entsprechend der Luftzufuhr unterscheidet man:
- Fahrtwindkühlung
- Gebläseluftkühlung
Eigenschaften
- einfache Bauweise
- kleiner Raumbedarf
- geringes Gewicht
- ungleichmäßige Kühlwirkung
- rasche Erwärmung und Abkühlung
- größeres Laufspiel erforderlich
- starke Motorgeräusche
- unempfindlich und nahezu wartungsfrei
- kein Frostschutz erforderlich
- Leistungsverlust bei Gebläseluftkühlung
Fahrtwindkühlung
Sie ist die einfachste Art der Kühlung. Zylinder und Zylinderkopf
müssen dem Fahrtwind direkt ausgesetzt sein. Deshalb wird die
Fahrtwindkühlung nur bei Krafträdern verwendet. Die Kühlwirkung
ist von der Fahrgeschwindigkeit abhängig. Bei niederer Geschwindigkeit
ist die Kühlwirkung schlecht. Daher werden Zylinder und Zylinderkopf
oft sehr stark verrippt, um eine möglichst große Kühlfläche
zu erhalten.
Gebläseluftkühlung
Motoren, die nicht direkt im Fahrtwind liegen, und Mehrzylindermotoren
lassen sich durch die Gebläseluftkühlung einwandfrei kühlen.
Der Gebläseluftstrom verhindert eine Überhitzung des Motors
auch bei stehendem Fahrzeug und bei niederer Geschwindigkeit. Das
Gebläse wird bei kleinen Motoren meist von der Motorkurbelwelle
direkt, bei größeren Motoren über Keilriemen angetrieben.
Der vom Gebläse erzeugte Luftstrom wird durch Luftleitbleche
zu jedem Zylinder geführt. Dies ermöglicht ein gleichmäßiges
Kühlen eines jeden Zylinders. Die durchgesetzte Luftmenge ist
drehzahlabhängig. Eine häufig eingebaute thermostatische
gesteuerte Drossel regelt die Luftzufuhr. Dadurch erreicht der kalte
Motor infolge stark gedrosselter Luftzufuhr rasch seine Betriebstemperatur.
Eine hydraulische Kupplung für das Gebläserad, kombiniert
mit einem im Luftstrom liegenden Temperaturfühler, ergibt eine
noch bessere Regelung der Kühluft. Sie wird für größere
Motoren verwendet.
Axialgebläse saugen Kühlluft
in Achsrichtung an und drücken sie in Achsrichtung weiter.
Zur Förderung einer möglichst großen Kühlluftmenge
besitzen Axialgebläse viele Lüfterflügel. Zur Vermeidung
von Luftwirbel sind feststehende Leitschaufeln im Gehäuse
eingebaut.
Radialgebläse saugen
Kühlluft ebenfalls in Achsrichtung an, drücken sie jedoch
radial weiter. Man nennt sie deshalb auch Zentrifugal-, Kreisel-
oder Schleudergebläse. Für gebläsegekühlte Motorrad-
und Einbaumotoren werden fast ausschließlich
Radialgebläse verwendet. |