Die Rückkehr
zu den "normalen" Formen in den 60er-Jahren.
Am 01. April 1961 trat eine neue Führerscheinpflicht für
Mopeds in Kraft.
Kreidler setzte die Entwicklung fort, mit der die Firma bereits
Ende der 50er begonnen
hatte. Zündapp und Kreidler, die härtesten Konkurrenten,
konzentrierten sich auf die neue
Fahrzeugklasse, dem Kleinkraftrad.
Immer noch erinnerte die Optik an die Mopeds. Die Florett, aber
auch ganz vergessene Modelle wie die Göricke, hatten immer
noch den Durchstiegsrahmen. Als dann Herkules im Jahr 1963 die K
50 mit Sachsmotor, 4,5 PS und 5 Gängen vorstellte, ließ
diese Maschine alle anderen Marken wirklich alt aussehen.
Auch wenn die Firma NSU aus vergangen Tagen mit einer großen
Motorradgeschichte und vielen sportlichen Erfolgen aufwarten konnte,
so waren die Tage gezählt. Der Erfolg der Quickly verblasste,
und NSU konzentrierte sich auf die Automobilproduktion. Nicht sehr
erfolgreich allerdings und wurde später von Audi geschluckt.
Die großen deutschen Hersteller, aber auch Puch, einigten
sich auf eine Grenze von 6,25 PS für die KKR, um das "Wettrüsten"
zu beenden.
Neben den Kleinkrafträdern gab es nun auch Mokicks, welche
im Gegensatz zu den Mopeds ohne Pedale gebaut wurden. Diese Maschinen
entsprachen Ende der 60er den Kleinkrafträdern und waren teilweise
nur gedrosselt. Sehr zu Freude der Jugendlichen! Der Markt spaltete
sich nun endgültig in die Maschinen für den konservativen
Käufer von Mopeds, die weiterhin mit Handschaltung geliefert
wurden und dem jungen Publikum, das Modelle mit Fußschaltung
bevorzugte.
Die aus den 50er-Jahren entstanden Marken der Konfektionäre
konzentrierten sich wieder
auf alte Firmenzweige oder gingen Pleite.
Als dann 1966 die neue Fahrzeugart Mofa erschaffen wurde, war dies
der Hoffnungsträger der deutschen Zweiradindustrie. Die großen
Hersteller hatten diese Einsteigermodelle schnell auf dem Markt.
Auch die Kaufhäuser zogen mit. Und selbst Hersteller wie Bauer
und Staiger, die sich schon vor Jahren aus dem Geschäft zurückgezogen
hatten, wagten sich wieder auf dieses Geschäftsfeld. Diese
Firmen verwendeten fast ausschließlich Motoren von Sachs.
Der früher so namhafte Motoren-Hersteller ILO spielte zu diesem
Zeitpunkt keine Rolle mehr. Diese, in den 50er-Jahren als Konfektionäre
bezeichneten Firmen, lebten im Gegensatz zu Hercules nicht sehr
lange. Hercules wurde irgendwann von Fichtel&Sachs übernommen
und produziert heute noch Fahrräder und Mofas.
Die Zeit der Roller kam nun auch in der 50ccm-Klasse. Vespa brachte
1963 die "Baby-Vespa" auf den Markt. Einer der wenigen
Hersteller, die es auch bis in die heutige Zeit geschafft haben,
zu überleben.

Der Roller R50 von Zündapp hatte ab diesem Zeitpunkt als einziger
deutscher Roller eine wirkliche Bedeutung in diesem Marktsegment,
war aber nie eine echte Konkurrenz zu Vespa. Allerdings schaffte
auch dieses Modell eine Modellkontinuität bis Anfang der 80er-Jahre.
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