Die Wirtschaftwunderzeit
der 50er-Jahre.
Entgegen einiger Aussagen, hat nicht Kreidler das Moped erfunden,
sondern die Firma Rex. 1951 wurde ein Fahrrad vorgestellt, dessen
Rahmen eigens für die Aufnahme eines Motors entwickelt worden
war. Kreidler stellte auf dem Genfer Salon im Frührjahr 1951
die K 50 vor. Die gesetzlichen Bestimmungen dieser Zeit schlossen
die Kreidler aber von der
Einstufung als Moped aus. Die K 50 wurde als Motorrad eingestuft.
Der Gesetzgeber hatte eine neue Fahrzeug-Kategorie eingerichtet,
die nun offiziell
Moped hieß. Diese Mopeds waren führerscheinfrei aber
versicherungspflichtig und
das Maximalgewicht von 33 kg und 50ccm Hubraum durften nicht überschritten
werden.
Aus dieser Zeit stammen die Ur-Mopeds die auch heute noch vielen
Liebhabern bekannt
sind. Es war die Zeit der Heinkel Perle.
Nun ging die Entwicklung rasant weiter und 1956 wurde
das Gewichtslimit aufgehoben
und die 40 km/h-Begrenzung eingeführt.
Viele Mopeds ab diesem Zeitpunkt haben bis in die neuere Zeit überlebt.
Die NSU Quickly ist jedem irgendwie noch im Gedächnis. Oder
die Puch MS 50, die als
Meilenstein in der österreichischen Moped-Geschichte gilt.
Dieses Moped überlebte in der
Grundkonzeption bis in die frühen 80er-Jahre.

Es war die Zeit der Konfektionäre. Unter Verwendung
von Sachsmotoren bauten Hersteller
wie Hercules, Rabeneick, Panther, Miele oder Dürkopp auch Mopeds
und versuchten
auf dem Markt mitzumischen.
Firmen wie NSU mit ihrer Quickly setzen auf die Zielgruppe der
Alltags-Nutzfahrzeuge.
Kreidler hingegen betonte den sportlichen Charakter ihrer Maschinen.
Mitte bis Ende der 50er-Jahre entwickelten sich die sog. Sportmopeds.
Der Absatz für
"große" Motorräder sank dramatisch. Und so
setzten viele Hersteller auf ihr Moped-Programm.
Es entstanden Mopeds, die solide deutsche Moped-Technik mit einer
"schnellen" Optik
kombinierten. Die Optik kam aus Italien; aus dem Land wo alles sportlich
aussehen muss, auch wenn es nur ein Moped ist. Und rot mussten sie
sein!
Typische Vertreter dieser Zeit sind die VICTORIA Avanti oder die
NSU Cavallino.

Die Zeit der Vespa war ebenfalls angebrochen und stand im krassen
Gegensatz zu
den sportlichen Einflüssen, die aus Italien kamen.

Fast gleichzeitig gab es die Klasse der "Heckflossenmopeds".
Diese Mopeds waren echte
Straßenkreuzer auf zwei Rädern und verkörperten
die Heckflossenzeit. Die Hummel 115 von DKW bzw. Victoria war eine
Paradebeispiel dieser Gruppe. Aber auch in der ehemaligen DDR tat
sich etwas. Mitte 1958 wurde sie bereits angekündigt. Die Schwalbe
von Simon. Dieser Roller war "drüben" genauso bekannt
wie hier die Vespa.
Die 50er-Jahre war die Zeit den wirklich schönen Mopeds. Zu
keiner Zeit danach waren die Fahrzeuge so schön und so unterschiedlich.
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